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Groß-Felda
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Groß-Felda ist der nach Einwohnerzahl größte Ortsteil von Feldatal im mittelhessischen Vogelsbergkreis. Zu Groß-Felda gehört der Weiler Schellnhausen. Der Ort liegt am Vogelsberg im Naturpark „Hoher Vogelsberg“. Durch den Ort führt die Landesstraße 3071.

Contents

Neuzeit
Wappen

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Ortsgeschichte

Mittelalter

Die schriftliche Ersterwähnung von Felda geschah 1190 und findet sich in einem Kopiar aus dem 15. Jahrhundert: „... ecclesia in Velle“ (... ecclesia in Vellen).cite-ref-3[3] In dieser Urkunde wird eine Kirche in Felda erwähnt. Zwischen Groß- und dem Weiler Klein-Felda wird erst seit in einem Dorsualvermerk 1839 unterschieden.cite-ref-4[4] 1233 wird der Ortsadlige „Cunradus de vello“ genannt.cite-ref-5[5] Die Gerichte Bobenhusen und Felda finden 1337 Erwähnung: „... dy gerichte czu Babenhusen vnd tzu Velle ...“cite-ref-6[6] Der sprachliche Wandel des Ortsnamens zum Appellativum beginnt im 16. Jahrhundert.

Heinrich von Eisenbach, Erbmarschall von Hessen, bekannte am 11. April 1344, dass er dem Landgrafen Heinrich zu Hessen das Haus Merlau und die zugehörigen Gerichte zu Felda und Bobenhausen, die dieser ihm verpfändet hatte, wieder zum Einlösen geben wolle, nur sei der Petershagen ausgenommen, den ihm der Landgraf zu seinem Burglehn gegeben hatte.cite-ref-7[7]

In dieser Zeit entstand ein Kopiar, das für 1498 den Ort „Fel“ nennt.cite-ref-8[8] In einem Salbuch steht 1592 der Ortsname „Felda.“cite-ref-9[9] Den Ursprung des Ortsnamens bildet ein Gewässername.cite-ref-10[10]

Neuzeit

1635 wurde die heute noch arbeitende Schrotmühle, die Wolfmühle, genannt. Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Groß-Felda:

„Felda (L. Bez. Alsfeld) evangel. Pfarrdorf; auch Großfelda; liegt an dem Bache gleichen Namens 3 St. von Alsfeld im Vogelsberg und 1121 Hess. (862 Par.) Fuß über der Meeresfläche erhaben. Der Ort hat 167 Häuser und 880 Einwohner, die alle evangelisch sind, 1 Kirche und 3 Mahl- und 1 Oelmühle. Hierher gehört das Hammerwerk zu Schellnhausen. Die Hauptnahrungszweige sind, außer Ackerbau und Viehzucht, die Handwerke, unter welchen sich vorzüglich die Nagelschmiede, deren man etwa 50 zählt, und welche täglich ungefähr 25,000 Stück Nägeln verfertigen, auszeichnen; ihnen folgen die Strumpfweber, die bedeutende Quantitäten wollener Strümpfe fabriciren, die Leineweber, die Bierbrauer, Brandweinbrenner und Hufschmiede. Jährlich werden 3 Vieh- und Krämermärkte gehalten. – Dieses Dorf – Felle, Velle – erscheint, sammt dem Gerichte gleichen Namens, stets unter den Besitzungen der Landgrafen. Im Jahr 1344 war Felda an den Erbmarschall Heinrich von Eisenbach verpfändet, und in einer Urkunde von 1366 bekennen Heinrich und Röhrich von Eisenbach, daß Landgraf Heinrich II. ihnen das Gericht Felda, wegen einer Schuld von 100 Pfund Heller, wiederlößlich eingegeben habe. Die Kirche wird durch einen Streit bekannt, der zu Ende des 12. Jahrhunderts zwischen einem benachbarten Ritter Eberhart von Merlau und der Kirche von St. Johann zu Mainz, wegen beiderseitigen Ansprüche an den Kirchsatz zu Felda entstanden war.“cite-ref-gw-11-0[11]

und über Klein-Felda:

„Kleinfelda (L. Bez. Alsfeld) evangel. Filialdorf; liegt im Vogelsberg 3 1⁄2 St. von Alsfeld, und bildet mit Großfelda eine Gemeinde. Man findet 17 Häuser und 98 Einwohner, die evangelisch sind, so wie eine Mühle.“cite-ref-gw-k-12-0[12]

Am 1. April 1954 wurde der Wohnplatz Klein-Felda mit 108 Einwohnern ausgegliedert und kam zur Gemeinde Zeilbach.

Zum 31. Dezember 1971 wurden im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbstständigen Gemeinden Ermenrod, Groß-Felda, Kestrich, Köddingen, Stumpertenrod, Windhausen und Zeilbach zur neuen Großgemeinde Feldatal zusammengeschlossen.cite-ref-13[13]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,cite-ref-14[Anm. 1] denen Groß-Felda angehört(e): cite-ref-lagis-1-1[1]cite-ref-15[14]cite-ref-16[15]

• ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Amt Ulrichsteincite-ref-amt-ulrichstein-17-0[16]
• ab 1570: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Ulrichstein, Gericht Felda
• ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt Ulrichstein, Gericht Feldacite-ref-18[17]

• 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg)

• 1787: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberfürstentum Hessen, Amt Ulrichstein, Gericht Feldacite-ref-adr-lg-hd-19-0[18]
• ab 1806: Großherzogtum Hessen, Fürstentum Oberhessen, Oberamt Alsfeld, Amt (und Gericht ab 1803) Ulrichsteincite-ref-pr-20-0[19]
• ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt und Gericht Ulrichsteincite-ref-nlvk-21-0[20]
• ab 1821: Deutscher Bund, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Romrodcite-ref-22[Anm. 2]cite-ref-sth-oberhessen-23-0[21]cite-ref-adr-lg-hd-1806-24-0[22]
• ab 1829: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Alsfeld
• ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Alsfeld
• ab 1838: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Grünberg (und Landgericht Ulrichstein)
• ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Alsfeld
• ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld
• ab 1867: Norddeutscher Bund, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld
• ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld
• ab 1918: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld
• ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Alsfeld
• ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Alsfeld
• ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Alsfeld
• ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Alsfeld
• ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Alsfeld, Gemeinde Feldatal
• ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Vogelsbergkreis, Gemeinde Feldatal
• ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Vogelsbergkreis, Gemeinde Feldatal

Gerichtszugehörigkeit seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Groß-Felda das Amt Ulrichstein zuständig. Das Hofgericht war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Die zweite Instanz für die Patrimonialgerichte waren die standesherrlichen Justizkanzleien. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.

Mit der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurde diese Funktion beibehalten, während die Aufgaben der ersten Instanz 1821–1822 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Land- bzw. Stadtgerichte übergingen. Groß-Felda viel in den Gerichtsbezirk des Landgerichts Alsfeld. Durch Verfügung des Großherzoglich Hessischen Ministerium des Innern und der Justiz wurden am 1. Dezember 1838 Groß-Felda an den Bezirk des neu errichteten Landgerichts Ulrichstein abgetreten.cite-ref-25[23]

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglich hessischen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in „Amtsgericht Ulrichstein“ und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.cite-ref-26[24]

1943 verlor das Amtsgericht Ulrichstein seine Selbständigkeit und wurde zur Zweigstelle des Amtsgerichts Schotten.cite-ref-27[25] Mit Wirkung zum 1. Juli 1968 erfolgte die Auflösung des Amtsgerichts Schotten und Groß-Felda kam zum Gerichtsbezirk des Amtsgerichts Alsfeld.cite-ref-28[26]

Einwohnerentwicklung

Bis 1954 mit Klein-Felda.

Religionszugehörigkeit


Hauptartikel

:

Evangelische Kirche (Groß-Felda)

Wappen

Blasonierung: „In Gold ein roter blaugekrönter Jungfrauenadler mit silbernem, von einem blauen Hammer und zweimal zwei blauen Nägeln belegten Herzschild.“cite-ref-33[31]

Das Wappen wurde der Gemeinde Groß-Felda, im damaligen Landkreis Alsfeld am 22. Dezember 1969 durch den Hessischen Innenminister genehmigt. Gestaltet wurde es durch den Bad Nauheimer Heraldiker Heinz Ritt.

Der Herzschild verweist auf das einstige Handwerk der Nagelschmiede in Groß-Felda, das noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts, als einer der Hauptwirtschaftszweige des Ortes ausgeübt wurde, der blaugekrönte Jungfrauenadler stammt aus dem Wappen der erloschenen Adelsfamilie von Mörlau (Merlau), die im Mittelalter hier begütert war.cite-ref-34[32] Das Wappen wird, von der neuen Gemeinde Feldatal weitergeführt.

Verkehr

Den öffentlichen Personennahverkehr stellen die Buslinien VB-77 und VB-15 der Verkehrsgesellschaft Oberhessen her.

Persönlichkeiten

Johannes Caspar Neeb (1769–1832), hessischer Landtagsabgeordneter
• Norbert Goldenberg (1909–1974), Arzt, Mitgründer und Herausgeber der deutsch-jüdischen Exilzeitung Aufbaucite-ref-35[33]

Literatur

Literatur über Groß-Felda nach GND In: Hessische Bibliographie
Literatur über Feldatal-Groß-Felda nach GND In: Hessische Bibliographie
• Suche nach Groß-Felda. In: Archivportal-D der Deutschen Digitalen Bibliothek

Weblinks

Commons

: Groß-Felda

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Ortsteil Groß-Felda. In: Internetauftritt. Gemeinde Feldatal; abgerufen im September 2018
• Groß-Felda, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen

cite-note-14Anm. 1. Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.
cite-note-22Anm. 2. Trennung zwischen Justiz (Landgericht Alsfeld) und Verwaltung.

Einzelnachweise

cite-note-lagis-11. Groß-Felda, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
cite-note-df-21. Einwohnerzahlen von der Gemeinde Feldatal. In: Internetauftritt. Gemeinde Feldatal, archiviert vom Original; abgerufen am 21. Juni 2018.
cite-note-33. Stephan Alexander Würdtwein: Dioecesis Moguntia. Band III. Mannheim 1777. Nr. 242, S. 354.
cite-note-44. G. L. Rabenau: Alphabetisch geordnetes Verzeichnis sämmtlicher zu dem Großherzogthume Hessen gehörigen Städte, Flecken, Dörfer .... 3. Auflage, 1840, S. 42.
cite-note-55. StAD, Urkunden Oberhessen, Großen-Buseck.
cite-note-66. Ludwig Baur: Hessische Urkunden aus dem Großherzoglich Hessischen Haus- und Staatsarchive. Band 1–5. Band 1. Darmstadt 1860–1873. Nr. 768, S. 532.
cite-note-77. Helfrich Bernhard Wenck: Hessische Landesgeschichte. Band 2. S. 359, Note Extr.; Heinrich Eduard Scriba: Regesten der bis jetzt gedruckten Urkunden der Landes- und Ortsgeschichte des Großherzogtums Hessen. Band 2: Die Regesten der Provinz Oberhessen enthaltend. 1849, Nr. 1371.
cite-note-88. Eduard Erwin Becker: Riedeselsches Urkundenbuch. 1200–1500. Offenbach 1924. Regest, Nr. 1581, S. 478.
cite-note-99. Eduard Edwin Becker: Die Salbücher des Kreises Alsfeld. Alsfeld 1940. S. 356.
cite-note-1010. Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 116 f.
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cite-note-3432. Geschichte – damals und heute, Gemeindewappen, auf feldatal.de (Abgerufen am 20. Oktober 2020)
cite-note-3533. Art. Goldenberg, Norbert. In: Werner Röder, Herbert A. Strauss (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933, Bd. 1: Politik, Wirtschaft, öffentliches Leben. Saur, München 1980, ISBN 0-89664-101-5, S. 230.